BSW Saarland warnt vor Aussetzen der Städtepartnerschaft Saarbrücken–Tiflis
,Astrid Schramm, Landesvorsitzende: Städtepartnerschaft Saarbrücken – Tiflis nicht auf Eis legen! Ein lebendiger Austausch ist wichtig für Entspannung und Frieden in Europa
Das Bündnis Sahra Wagenknecht im Saarland wirft dem Saarbrücker Oberbürgermeister Conrad vor, den Sinn von Städtepartnerschaften nicht verstanden zu haben, und fordert den Stadtrat auf, die offizielle Partnerschaft zur georgischen Hauptstadt Tiflis nicht nur ohne Abstriche zu erhalten, sondern wieder mit mehr Leben zu füllen. Schramm erklärt: „Als diese erste Partnerschaft zwischen einer westdeutschen und einer sowjetischen Stadt damals geschlossen wurde, gab es weit mehr Trennendes zwischen den Regierenden beider Städte. Damals war in Tiflis von einer Demokratie nach westlicher Vorstellung keine Rede. Aber es war wichtig, den eisernen Vorhang zwischen West und Ost durchlässiger zu machen und so Feindbilder abzubauen. Dass Menschen beider Seiten zusammenkommen und sich austauschen konnten, hat zu einem Klima der Entspannung beigetragen, was letztlich die deutsche Einheit erst ermöglicht hat. Solche Partnerschaften haben mitgeholfen, den Frieden in Europa zu sichern. Wer jetzt die Partnerschaft zu Tiflis auf Eis legen und nur noch mit Menschen sprechen will, die in allem die gleiche Meinung haben, baut damit den Eisernen Vorhang wieder auf. Wir brauchen gerade heute, wo die Welt wieder massiv aufrüstet, sich gegenseitig bedroht und einige Deutschland unbedingt kriegstüchtig machen wollen, Initiativen für Frieden und Verständigung, statt neue Mauern und alte Feindbilder. Bei aller berechtigten Sorge über Vorgänge in Georgien darf der Austausch mit den Menschen vor Ort nicht einschlafen.