Geburtshilfe in Neunkirchen erhalten – Kohlhof als Schwerpunktstandort sichern
,Die geplante Verlagerung der Geburtshilfe und der stationären Kindermedizin vom Kohlhof nach St. Wendel stößt bei der BSW-Kreistagsfraktion Neunkirchen auf entschiedene Ablehnung. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Reber Diljar Acar warnt vor erheblichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung im Landkreis.
„Wenn unser Landkreis die Geburtshilfe verliert, verliert er ein zentrales Element der Daseinsvorsorge. Wir können den Menschen nicht zumuten, in kritischen Situationen auf weit entfernte Standorte angewiesen zu sein“, so Acar.
Die Fraktion verweist auf folgende Kernpunkte:
1. Versorgungssicherheit hat Vorrang
Längere Wege sind für werdende Mütter, Familien ohne Auto und sozial benachteiligte Menschen ein reales Hindernis – und in Notfällen gefährlich.
2. St. Wendel bleibt ein Risikostandort
Die Geburtshilfe wurde dort 2024 wegen zu geringer Fallzahlen und fehlendem Personal geschlossen. Diese strukturellen Probleme sind nicht gelöst.
3. Kohlhof ist modern und bewährt
Die Klinik am Kohlhof verfügt über eingespielte Teams, moderne Strukturen sowie ein etabliertes Brustzentrum und Pädiatrie. Fachleute empfehlen den Ausbau des Standorts seit Jahren.
4. Kosten und Finanzierung ungeklärt
Bis zu 250 Millionen Euro Investitionsvolumen stehen im Raum. Die kostengünstigere Erweiterung des Kohlhofs – rund 50 Millionen Euro – wird nicht ernsthaft geprüft.
5. Gemeindenahe Psychiatrie gefährdet
Die erfolgreiche psychiatrische Versorgung im Fliedner-Krankenhaus darf nicht vom Stadtkern an einen isolierten Standort verlagert werden.
Acar fordert daher:
• Erhalt und Weiterentwicklung der Geburtshilfe im Landkreis Neunkirchen
• Stärkung des Kohlhofs als medizinischer Schwerpunkt
• Sicherung der wohnortnahen Psychiatrie
• Transparente Faktenbasis und Kostenvergleich
• Einbindung der Beschäftigten, Träger und Bevölkerung bevor Entscheidungen fallen
„Die Menschen in unserem Landkreis haben Anspruch auf eine verlässliche und erreichbare medizinische Versorgung. Wir tragen dafür politische Verantwortung“, betont Acar.
„Versorgungssicherheit geht vor Standortpolitik.“