Das Bündnis Sahra Wagenknecht im Kreistag Neunkirchen bewertet die vom Gesundheitsministerium geplante Umstrukturierung kritisch. Die Verlagerung zentraler Bereiche der Geburtshilfe sowie der Kinder- und Jugendmedizin vom Kohlhof nach St. Wendel führt zu deutlichen Versorgungslücken im Landkreis Neunkirchen. Besonders junge Familien, Schwangere und Kinder wären künftig schlechter versorgt.
Die Aufgabe der einzigen Geburtsstation im Landkreis kann nicht durch Hinweise auf Standorte in Homburg oder Saarbrücken ausgeglichen werden. Wohnortnähe und Erreichbarkeit sind essenzielle Bestandteile einer guten Gesundheitsversorgung und dürfen nicht aufgegeben werden.
Zahlreiche Fragen bleiben weiterhin ungeklärt: Finanzierung, Arbeitsplatzsicherung, Zeitplan, Ausgestaltung des geplanten Gesundheitsparks und die Zukunft des sozialpädiatrischen Zentrums. Auch der Verweis auf eine stärkere ambulante Pädiatrie ersetzt keinen stationären Bereich.
Kritisch ist zudem die Kommunikation. Noch am 12. November lagen laut offizieller Auskunft keine belastbaren Informationen vor, wenige Tage später wurden umfassende Strukturveränderungen präsentiert. Das untergräbt das Vertrauen in die politische Arbeit und erschwert eine sachliche Bewertung.
Strukturelle Reformen können notwendig sein, dürfen jedoch die Versorgung nicht verschlechtern. Die Aufgabe der Geburtshilfe und der Kinder- und Jugendmedizin in Neunkirchen widerspricht diesem Anspruch. Eine Kreisstadt darf nicht zugunsten eines anderen Standortes geschwächt werden.
Der Landkreis Neunkirchen braucht eine starke, wohnortnahe und verlässliche medizinische Versorgung. Dazu gehören aus Sicht des Bündnis Sahra Wagenknecht weiterhin die Geburtsstation sowie die Kinder- und Jugendmedizin am Kohlhof.
Bündnis Sahra Wagenknecht
Kreistagsfraktion Neunkirchen